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GLOSSAR

Allparteilichkeit
Als Mediatorin oder Beraterin wende ich mich allen Beteiligten gleichermaßen zu. Ich bin „für alle da“, das heißt, ich versuche, alle zu verstehen und durch meine Vermittlung die Verständigung zwischen den Beteiligten zu fördern.

Empathie
Einfühlungsvermögen und -bereitschaft. Empathie ist die Basis schlechthin für zwischenmenschliche Verständigung. Wenn Menschen sehr verletzt sind, gelingt ihnen die Einfühlung in andere nur unzureichend oder gar nicht. Als Mediatorin oder Coach kann ich helfen, die Brücke zwischen den beiden Seiten zu schlagen. Kinder, die mit wenig Verständnis erzogen werden, entwickeln keine oder zu wenig Empathie. Eltern lernen im Familien-Coaching, sich selbst und ihren Kindern gegenüber empathisch(er) zu werden.

Familien-Coaching
Die Familie ist eine wichtige Kraftquelle; das Leben in der Familie kann zugleich sehr kräftezehrend sein. Gefragt sind Vorbilder für ein freudvolles und friedliches, und das heißt Bedürfnisse befriedigendes, Miteinander und Handwerkszeug für eine befriedigende Gestaltung von Beziehungen. Familien-Coaching zeigt Familien Wege auf, wie sie ihre eigenen Kräfte konstruktiv und zum Wohl aller Familienmitglieder einsetzen und weiter entwickeln können.

Gabe
Dieses Wort hat einen doppelten Sinn, der aus ein und demselben Sinn stammt. 1. Wir sind begabt; wir haben eine besondere Gabe, xy zu tun. Mit unseren Gaben kommen wir zur Welt, sie werden uns gegeben, in die Wiege gelegt. Erziehung, Bildung und Erfahrung formen diese Gaben (was manchmal Deformationen einschließt). 2. Wir haben etwas zu geben. Unsere Begabung ist unser Geschenk an diejenigen, denen wir in unserem Leben begegnen, und an uns selbst. Je klarer wir annehmen, was uns gegeben ist, desto mehr sind wir im Einklang mit uns selbst. Je deutlicher wir unsere Gaben als Beitrag zum Leben aller anbieten und ausleben, desto mehr werden alle genährt. Je mehr die anderen unsere Gaben erkennen, annehmen und anerkennen, desto leichter können und mögen wir geben.

Herz
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“, sagt Antoine de Saint-Exupéry im „Kleinen Prinzen“. Das Herz ist eine natürliche Führungs-Kraft. Es weist den Weg zu Kreativität und Gesundheit und zu lebendigen, respektvollen Beziehungen. Wie das Institut HeartMath erforscht hat, ist das Herz in der Wahrnehmung von (unsichtbaren!) energetischen Veränderungen in der Umgebung schneller als das Gehirn. Das Herz informiert das Gehirn hierüber, und dieses leitet Reaktionen wie Hormonausschüttung, gedankliche Verarbeitung usw. ein. Das Herz weiß sofort, ob etwas gut für uns ist oder nicht. Wenn wir die Herzens-Führung kultivieren, indem wir dem Herzen besser zuhören lernen und ihm folgen, geht es uns selbst und unserer Umgebung besser. Mit Übungen für einzelne und für Paare kann ein herzliches und damit gesundes Klima systematisch (und messbar!) geschaffen werden.

Hirn
Der Mensch besitzt drei sehr unterschiedliche Gehirn-Teile in seinem Kopf. Dies ist Resultat der Milliarden von Jahren dauernden Entwicklung des Lebens. Während dieser Evolution entstand zuerst das Stamm- oder Reptiliengehirn; es dient v.a. der Überlebenssicherung: Nahrungssuche, Verteidigung, Fortpflanzung. Joseph Chilton Pearce nennt es auch „erstes Gehirn“. Darauf entwickelte sich das limbische System (2. Gehirn), und zuletzt der Neokortex mit dem Frontalhirn (Vorderhirn, 3. Gehirn). Nur beim Menschen sind alle diese drei Stufen integriert, wobei sich jede die vorhergehende zunutze macht.
Wenn wir geborgen sind, uns sicher und geliebt fühlen, hat das neuste Gehirn die volle Regie. Gefühle, Gedanken, Ideen, Kreativität, Lernen, Spiritualität usw. haben optimale Entfaltungsmöglichkeiten. Unter Stress aller Art jedoch wird Energie vom Frontalhirn abgezogen und die älteren Regionen erhalten mehr Einfluss auf unser Fühlen und Handeln: Unsere Sicherheit, unser Überleben ist wichtiger als differenzierte Gedanken und Gefühle; dass ich überhaupt existieren kann, ist wichtiger als ethische Werte, Mitgefühl oder die Suche nach langfristig intelligenten Lösungen für ein Problem. Dieses Umschwenken auf die Aktivierung der älteren Gehirne (Stammhirn und limbisches System) passiert automatisch, sobald Stressfaktoren uns erreichen. Das muss so sein, denn in wirklich brenzligen Situationen ist es lebenswichtig, dass wir z.B. „die Beine in die Hand nehmen“ ohne nachzudenken.
Was Überlebensstrategien der Lebewesen seit Milliarden von Jahren waren und sind, ist jedoch nicht als Lebensstrategie für eine Entwicklung des bewussten Menschen im 21. Jahrhundert – dem Zeitalter der „Transmoderne“ (Marc Luyckx Ghisi) – geeignet. Bewusstseinsentwicklung beinhaltet die bewusste Handhabung der Möglichkeiten, die uns das jüngste, das dritte Gehirn gibt. Die kohärente (d.h. gleich schwingende, harmonische) Zusammenarbeit von Hirn und Herz bringt uns friedliche, freudvolle und kreative Stimmungen und Beziehungen, Gesundheit und ein langes Leben.

Juwelen
Dieses Stichwort habe ich hier aufgenommen, weil es Sie vermutlich neugierig macht; was ich sagen möchte, ist mir sehr wichtig, und es könnte auch unter „Was ich glaube“ stehen:
Selbstverständlich mögen wir die sogenannten unangenehmen Gefühle nicht, während wir sie gerade haben. Zugleich gilt für mich: Jede Unlust enthält einen Schatz. Jede Angst, jede Unsicherheit ebenso. Und auch jede Scham. Solche Gefühle sind Botschaften, die mich auf eine Möglichkeit oder einen Bedarf hinweisen, etwas für mich zu tun. Etwas zu erkennen, etwas anzuerkennen, mir zu verzeihen, mir Unterstützung zu holen, mich auszudrücken. Hebe die Schätze — und du schwimmst in Juwelen!

Konflikt
Hier Gedanken einiger Autoren, die ich schätze:

Bert Hellinger:
Verbinden sich zwei unterschiedliche Wertsysteme, gibt es Konflikte, es sei denn, die beiden Werte gelten füreinander als gleich gültig und werden damit gleichgültig. (Zit. nach Klaus Mücke: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch, S. 83)

Christoph Thomann:
Konflikte sind Anzeichen von Vertiefung. Diese Vertiefung ist auch eine Chance, wenn man sie ergreifen kann. Allerdings ist diese Chance mit höchst unangenehmen Gefühlen und Situationen verbunden, die einen erst mal von der normalen, vorher vielleicht sogar gut funktionierenden Zusammenarbeit abhalten. Konflikte sind weder wünschenswert noch notwendig, sondern einfach unvermeidbar. (Aus: Konflikte im Beruf, S. 20)

Arnold Retzer:
(Konflikte in Teams:) Alle Versuche, Konflikte wegzuschaffen, führen in entwicklungshemmende Situationen, Unlebendigkeit, Stagnation und gesundheitsgefährdende Reaktionen. (Zit. nach Klaus Mücke: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch, S. 81 bzw. S. 83)

Ed Watzke:
Nun gibt es Gesellschaften, welche das Drama als unvermeidbare Grundbedingung des Mensch-Seins anerkennen und davon ausgehend ein Instrumentarium entwickeln, um den jeweils Betroffenen durch das Drama hindurch zu führen, ihn begleitend, unterstützend. Alle ritualisierten, im Jahreszyklus wiederkehrenden Opferkulte und die damit eng verbundenen Feste haben hier ihre Funktion (...)
In unserer Kultur jedoch tritt die Perspektive des Durchlebens zurück zugunsten der Intention, das Drama zu vermeiden. In dem Maße also, in dem kollektiv der Tod, als worst-case-Szenario des menschlichen Dramas, in all seiner Unausweichlichkeit verdrängt wird, werden auch Konflikte und deren Unabwendbarkeit verdrängt, vermieden. (Aus: Äquilibristischer Tanz zwischen Welten, S. 8; Hervorhebungen im Original)

Kooperation
Kooperation oder Kampf? Kampf bedeutet natürliche Ressourcen zu vergeuden, zu schwächen und schließlich zu vernichten: Der Körper brennt aus, der Geist hungert, Boden, Wasser und Luft erkranken. Kooperation schafft und erhält Gesundheit und Wachstum. Das gilt auf der elementaren Ebene unserer Zellen wie auf der Ebene von menschlichen Systemen. Kooperation ist das erfolgreichste Lebensprinzip. Das haben die Forschungen von Bruce Lipton und anderen längst bewiesen.

Lernen
Menschen können nicht nicht lernen. Unentwegt legt unser Gehirn neue Spuren an, vernetzt diese mit vorhandenen und vertieft alte Spuren, sofern wir sie benutzen. Am schnellsten geht das Lernen im Alter von 0 bis 17 Jahren. Danach wird Neues langsamer aufgenommen – aber nicht weniger gelernt! Genauigkeit, Sicherheit, kleinste Nuancen im schon Bekannten werden jetzt gelernt; man nennt das auch Erfahrung. Drei Voraussetzungen sind für gelingendes Lernen wesentlich: Interesse, Vorbilder und Geborgenheit.
Interesse – es muss für uns Sinn machen, etwas zu riskieren, zu probieren, zu üben. Vorbilder – „So wird das gemacht, so kann man das machen:“, für dieses Abschauen und Mittun gibt es keinen Ersatz. Eine sichere und anregende Umgebung – In jedem Alter will mensch sicher sein, beim Ausprobieren, Erforschen, (Er)finden von Lösungen und beim Training nicht ständig eingeschränkt, nicht verlacht oder anderweitig verletzt zu werden. „Nur was schief gehen darf, kann richtig gut werden.“, sagt der Hirn- und Lernforscher Manfred Spitzer.

Magic Circle
Im Kreis sitzen 8-12 Kinder mit der Lehrerin/Erzieherin und sprechen über ein Thema aus den drei Bereichen Wahrnehmung/ Empfindung/ Sensibilisierung, Soziale Kompetenz oder Persönliche Kompetenz. Es gilt: Jeder kommt dran. Der Sprechenden wird zugehört. Die magischste der drei Regeln lautet: Was jemand sagt, ist OK; es wird weder kommentiert noch korrigiert.

Mediation
Wenn ein Konflikt festgefahren ist, verhärtete Positionen aufeinander prallen, Sprachlosigkeit droht und/oder der Übergang zu handfesten Methoden der Konfliktaustragung ansteht, kann ich als Mediatorin vermitteln. Einzige Voraussetzung: Die Konfliktparteien sind bereit, sich auf ein Gespräch mit mir als neutraler Person einzulassen. Mediation ist mit geringem Aufwand zu organisieren und sorgt meist sehr schnell für Entlastung. Wenn nur eine Konfliktpartei zur Mediation bereit ist, kann eine Stellvertreter-Mediation zur Konfliktklärung beitragen.

Mobbing
In jeder vierten Schulklasse gibt es einen Sündenbock, jedes 6. bis 10. Schulkind ist bis zu seinem 18. Lebensjahr mindestens einmal Mobbing ausgesetzt. (Quelle: Horst Kasper: Konfliktmanagement – Im Garten des Menschlichen, S. 58). Die Gemobbten sind in ihren Bedürfnissen nach Zugehörigkeit, Sicherheit, Akzeptanz und Zuwendung elementar verletzt. Betroffene Kinder sitzen oft in der Falle: Sie haben Angst, sich bei Erwachsenen Hilfe zu holen, da sie fürchten, alles werde nur noch schlimmer, wenn seine Peiniger ermahnt oder bestraft werden – und damit haben sie leider meistens Recht. Die Alternative zum Beschuldigen und Strafen bietet der No Blame Approach.

No Blame Approach (NBA)
Der von Barbara Maines und George Robinson (England) entwickelte Ansatz begegnet Schüler-Mobbing auf wirkungsvolle Weise. Niemand wird beschuldigt, verfolgt oder bestraft – und doch schaffen es die Mitschüler als Gruppe, dem betroffenen Kind aus der Falle zu helfen. LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen können die Methode in einem 1 ½-tägigen Seminar erlernen.

Schulmediation
Auch wenn das Klima in einem Kollegium im Allgemeinen gut ist – Konflikte gehören zum Alltag und sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Lebendigkeit! Die Frage ist jedoch, in welchen Formen man Meinungsverschiedenheiten oder Interessengegensätze austrägt. Wenn dies eher urwüchsig geschieht, sind oft Verletzungen, Verhärtung der Positionen, Koalitionsbildung usw. die Folge; das Klima erscheint vergiftet. Mediation – konstruktive Konfliktlösung mit Hilfe einer dritten, neutralen Person – kann im Rahmen einer vertraulichen Sitzung schnell und wirksam zur Klärung der Sachfragen sowie der gestörten Beziehungen führen.
Bei Schüler-Schüler-Konflikten bewährt sich die Peer-Mediation: Schülerinnen und Schüler vermitteln zwischen Schülerinnen und Schülern! Sie lernen dies in einer handlungsorientierten Ausbildung von 40 Stunden. Voraussetzung: Die Schulgemeinde ist in einem gründlichen Meinungsbildungsprozess zu dem Beschluss gelangt, die ausgebildeten Mediatoren (mancherorts „Streitschlichter“ genannt) nach dem Training auch einzusetzen und sie zu unterstützen. Die Alternative: LehrerInnen besuchen ein 80-stündiges Training, in dem sie Mediation erlernen und alles Notwendige über die Implementierung von Schulmediation erfahren.

Stellvertreter-Mediation
Wenn nur eine Konfliktpartei zur Mediation bereit ist, kann eine Stellvertreter-Mediation zur Konfliktklärung beitragen. In Zusammenarbeit mit einer Kollegin, die/einem Kollegen, der die abwesende Partei „vertritt“, wird der Konflikt so weit als möglich erhellt. Die anwesende(n) Beteiligte(n) erhalten Empathie. Wir unterstützen sie dabei, die Konfliktdynamik zu verstehen und Ideen zur Lösung oder Bewältigung des Konflikts zu entwickeln.

System-Aufstellung
In den 1980er Jahren entwickelte Bert Hellinger das sogenannte Familien-Stellen als Methode. Eine Fülle von Informationen über die seelischen Konstellationen und Verstrickungen innerhalb einer Familie können in einer Aufstellung dargestellt werden. Das Bild ergibt darüber hinaus wesentliche Hinweise für die Lösung von Konflikten und Auflösung von Blockaden, Krankheitssymptomen usw.
Mit derselben Methode werden auch Systeme von Arbeitsbeziehungen, Außenbeziehungen von Organisationen und auch das „Innenleben“ von Menschen dargestellt. Man kann in diesen sogenannten Organisations- und Strukturaufstellungen Lösungsansätze für vielerlei Fragestellungen finden.
Aufstellungen finden in Seminarform mit StellvertreterInnen oder im Einzel-Coaching mit Symbolen statt.

Voice Dialogue
An unseren inneren Konflikten sind Teilpersönlichkeiten (Teilselbste) beteiligt, die wir im Laufe unseres Lebens entwickelt haben. Jedes dieser Teilselbste stellt eigene Ansprüche an unser bewusstes Ich, und nicht selten kämpfen gegensätzliche Pole in uns. Ein typisches Beispiel: Die meisten von uns haben einen inneren Antreiber, der dafür sorgt, dass wir nie rasten – es sei denn, mit schlechtem Gewissen; er steht in Gegensatz zu den Teilen in uns, die uns Entspannung und Genuss gönnen – für unsere Lebensfreude und unsere Gesundheit genauso wichtig! Im Coaching können wir die Teilselbste zum Sprechen bringen. Dieses Gespräch wird von seinen Erfindern Hal und Sidra Stone (USA) als Voice Dialogue bezeichnet. Dem bewussten Ich als „Regierung“ gelingt es durch den Voice Dialogue leichter, ein gesundes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Stimmen zu erhalten. Auch die Anliegen der leiseren unter ihnen finden nun Gehör.

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